Freitag, 22. November 2019, 19.30 Uhr
Kirche St. Peter, Zürich
Programm
| JOHANNES BRAHMS (1833-1897) |
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Ein deutsches Requiem op. 45 |
Fassung für Chor und Klavier zu vier Händen.
Ausführende
Elissa Huber, Sopran
Manuel Walser, Bariton
Luisa Splett, Klavier
Josiane Marfurt, Klavier
Chor des Bach Collegium Zürich
Leitung: Bernhard Hunziker
Konzertflügel Yamaha CFIII von Musik Hug Zürich.
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Tickets
Der Vorverkauf für dieses Konzert ist geschlossen. Die Abendkasse im St. Peter öffnet um 18.30 Uhr. Es hat noch gute Plätze der Kategorien 2 und 3 verfügbar!
Auch telefonische Reservationen sind möglich unter: +41 79 209 81 81.
Informationen
Das in unserem Konzert zur Aufführung gelangende berühmte Chorwerk von Johannes Brahms zählt zur Trias der im heutigen Konzertleben meist aufgeführten Requiem-Kompositionen. Doch im Unterschied zu den beiden andern - von Mozart und Verdi - handelt es sich hierbei nicht um eine Vertonung der katholischen (lateinischen) Totenmess-Liturgie. Der evangelische Norddeutsche vertonte vielmehr die von ihm selbst ausgesuchten Texte aus der Lutherbibel und komponierte damit ein unsterbliches geistliches Werk, vergleichbar mit Bachs Passionen oder Beethovens Missa solemnis; ohne dass dafür ein Auftrag von der Kirche oder ein Bezug zu ihr vorgelegen hatte. Ein „Oratorium“, das sich denn auch nicht an die Toten, sondern vielmehr an die Lebenden richtet (Herr, lehre doch mich, dass ein Ende mit mir haben muss) und keine/n ernsthafte/n Zuhörer/in unberührt lässt. Zum tiefsinnigen Werk äusserte sich dereinst Clara Schumann (-Wieck) in einem Brief an ihren jüngeren Komponistenfreund: „...es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes. Der tiefe Ernst, (...), wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend.“
Die Entstehungsphase erstreckte sich über mehrere Jahre. 1861 waren die ersten drei Sätze des Requiems fertig. Nach dem Tod seiner Mutter vier Jahre später, nahm Brahms die Arbeit am Werk wieder auf mit der Vertonung der Sätze IV, VI und VII, den letzteren womöglich 1866 während eines Aufenthalts in Winterthur. Nach der erstmaligen öffentlichen Präsentation nur mal der Sätze I-III durch den Wiener Singverein im Musikverein in Wien, leitete Brahms 1868 selber eine Aufführung des Oratoriums im Dom zu Bremen, jedoch noch ohne den erst nachträglich eingefügten V. Satz. So gelangte das vollständige Gesamtwerk dann ein Jahr später im Leipziger Gewandhaus zur Uraufführung.
Ob Brahms die hier zu Gehör gebrachte Klavierfassung tatsächlich für eine Londoner Aufführung im Jahr 1871 verfasste, bleibt ungewiss. Die Transkriptionen von Opern-, Orchester- und Chorpartituren für Klavier entsprachen jedoch einer durchaus gebräuchlichen Praxis im 19.Jahrhundert und dienten zu ihrer Verbreitung und Verwendung als Haus- und Kammermusik.
Lassen wir uns – passend zum kommenden Ewigkeits- oder Totensonntag – vom „Zauber der Poesie“ (Clara Schumann), und von den wunderbar durch Johannes Brahms in Musik gesetzten Worten, berühren: „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“
Bernhard Hunziker