Sonntag, 20. September 2026, 17.00 Uhr
Klosterkirche Rheinau
Vorverkauf
Mit dem triumphalen Erfolg seines "Paulus" wurde Felix Mendelssohn schlagartig zu einem der berühmtesten und gefeiertsten Komponisten Europas. Ein im höchsten Masse imposantes und bewegendes Oratorium aus der musikalischen Romantik.
Programm
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FELIX MENDELSSOHN (1809-1847) |
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Paulus |
Ausführende
Kathrin Hottiger, Sopran
Barbara Erni, Alt
Michael Feyfar, Tenor
Dominik Wörner, Bass / Paulus
Chor des Bach Collegium Zürich
Orchester La Partita
Leitung: Bernhard Hunziker
Tickets
Vorverkauf über den Veranstalter Rheinauerkonzerte: https://www.rheinauerkonzerte.ch/konzertprogramme-tickets/felix-mendelssohn-paulus/
Abendkasse ab 16 Uhr in der Klosterkirche Rheinau.
Zum Programm
«Hier wirst du zum Glauben und zur Hoffnung gestimmt und lernst deine Menschen wieder lieben; hier ruht es sich wie unter Palmen, wenn du dich müde gesucht und nun eine blühene Landschaft dir zu Füßen liegt. Es ist der Paulus ein Werk der reinsten Art, eines des Friedens und der Liebe.»
Diese Lobesworte in der Neuen Zeitschrift für Musik, Leipzig 1836, aus der Feder Robert Schumanns, zollen dem Leipziger Kollegen und Gewandhausmusikdirektor Felix Mendelssohn Bartholdy echte Anerkennung und Respekt für dessen neugeschaffenes Oratorium, welches am 22. Mai 1836, zu Pfingsten, in Düsseldorf aus der Taufe gehoben worden ist. Nach der Wiederaufführung am Musikfest in Birmingham im Jahr darauf unter der Leitung des Komponisten, erlebte der Paulus einen internationalen Erfolg, wie es ihn für ein Musikwerk bis dahin kaum je gegeben hatte; die beiden Jahre 1837 und 1838 könnten in der Geschichte der Musik geradezu die Paulusjahre genannt werden, schreibt ein zeitgenössischer Kritiker.
Mendelssohn in der Klosterkirche Rheinau musizieren zu dürfen hat für uns heute eine besondere Bedeutung, sind doch dessen Besuche im schönen Gotteshaus auf der Rheininsel, und sein Spiel an den berühmten beiden Orgeln, bekannt. Ebenso zeugt ein wunderschönes Aquarell mit Rheinfall und naher Umgebung vom vielseitig begabten Musiker. Das Bild ist auf seiner vierten und letzten Schweizer Reise 1747 und hiermit kurz vor seinem Tod entstanden.
Das Oratorium Paulus knüpft in gewisser Weise an die Tradition barocker Vorbilder an, insbesondere jener Bachs und Händels. Mendelssohn, welcher als Wiederentdecker und -aufführer von Bachs Matthäuspassion 1829 eine eigentliche Bach-Renaissance auslöste, verarbeitete hundert Jahre nach ihrer Entstehung in seinem eigenen großen Sakralwerk sowohl Choräle als auch Rezitative im Stile seines verehrten Thomaskantors.
Und nochmals rund zweihundert Jahre später adaptieren das Bach Collegium Zürich und La Partita die Verhältnisse romantischer Aufführungspraxis, wie sie anläßlich der Uraufführung des Paulus zutrafen - in welcher Mendelssohn über fünfhundert (!) Mitwirkende dirigierte -, auf die eigenen ensemble-adäquaten Größenverhältnisse. Es möge dennoch gelingen, dem eingangs erwähnten Schumannzitat entsprechend, der Wiedergabe dieses wunderbaren Oratoriums zu einer unvermindert nachhaltigen Wirkung zu verhelfen.
Bernhard Hunziker, Künstlerischer Leiter des BCZ