Schwäbische Zeitung, 18. September 2007

Bach Collegium Zürich gibt beglückendes Konzert

FRIEDRICHSHAFEN (chv) Mit dem Bach Collegium Zürich ist am Sonntagnachmittag ein noch junges Vokal- und Instrumental-Ensemble in die Schlosskirche gekommen. Freudig hat ihr künstlerischer Leiter, Bernhard Hunziker, die Zuhörer in der voll besetzten Schlosskirche begrüßt.

Das Jubiläumsjahr 2000 zum 250. Todestag von Bach war der Anlass zur Gründung des Ensembles, das seine Mitwirkenden projektweise aus einem Pool geschulter Sänger und professioneller Orchestermusiker auswählt. Neben regelmäßigen Konzerten im Züricher Großmünster suchen sie die Gelegenheit zu Gastkonzerten, so kam im letzten Jahr die Anfrage nach einem Konzert in der barocken Schlosskirche, der Kantor Sönke Wittnebel gern stattgab.

Die Züricher Gäste haben sich vornehmlich der Musik Johann Sebastian Bachs verschrieben - neben dessen Magnificat und dem 1. Brandenburgischen Konzert stand aber auch Mozarts Krönungsmesse KV 317 auf dem Programm, um so einen festlichen Bogen zu schlagen vom barocken Lobgesang zu Ehren Mariens über das höfische Konzert zu Ehren des irdischen Fürsten zur klassischen Festmesse.

Nach dem Glockengeläut begann das Konzert mit dem Bachschen Magnificat in der zweiten Fassung BWV 243 in D-Dur. Ein prachtvolles Concerto mit Choreinbau eröffnet das Magnificat, helle Bläser verherrlichen den Herrn, ausgewogen kraftvoll klingt der 30-köpfige fünfstimmige Chor. Schönheit, Anmut und Bescheidenheit der gesegneten Gottesmutter entfalten sich im intimen Dialog der Sopranistin Karin Stübi mit der Oboe, lieblich und von pastoralem Charakter ist das von Traversflöten begleitete Duett der Altistin Roswitha Müller mit dem Tenor Valentin J. Gloor, während der Bass Michel Raschle markant die Macht Gottes besingt. Warm umranken Flöten und tiefe Geiger den Alt. Im Terzett der hohen Solostimmen übernehmen zwei Chorsängerinnen die Partie der erkrankten zweiten Sopranistin, mit der effektvollen Rückkehr zur Concerto-Musik des Eingangssatzes endet das großartige Werk.

Zum Brandenburgischen Konzert Nr. 1 haben nun auch zwei Hörner im Orchester Platz genommen, sie bestimmen den Ton im flott pulsierenden Allegro, während das tiefsinnige Adagio von der ausdrucksvoll gespielten Kantilene der Oboe geprägt ist. Schwerblütig-feierlich erklingt das höfisch-zeremonielle Menuett, deutlich setzt Bernhard Hunziker seine Akzente, arbeitet differenziert die Echo-Wirkung von Laut-Leise-Kontrasten heraus. Eine ländliche Festmesse ist Mozarts Krönungsmesse zur Krönung des Gnadenbildes der Wallfahrtskirche Maria Plain bei Salzburg. Soli und Chor treten einander wirkungsvoll gegenüber, heiter ist das Bild, Opernhaftes drängt herein, besonders in der herrlichen Sopranarie des Agnus Dei, das bereits die Figaro-Gräfin vorausahnen lässt.

Ein beglückendes Konzert mit Gästen, die gerne wiederkommen dürfen.

Schwäbische Zeitung, 18.09.2007 | Schwäbische Zeitung online, 18.09.2007
Bettagskonzert, 16. September 2007, Friedrichshafen

Bach Collegium Zürich
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